Modellregion Ökolandbau Wetterau

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Bioregional – vor allem jetzt!

Der Bioland-Familienbetrieb Mager mit Hofladen in Klein-Karben ist einer von 24 regionalen Bio-Verkaufsstätten, die im Bio-Einkaufsführer Wetterau gelistet sind.

Die Corona-Pandemie macht es überdeutlich: Bioregional ist das Gebot der Stunde! Das weltweite Ernährungssystem befindet sich in der Krise: die regionalen Warenströme wurden auch in Deutschland und Hessen in den letzten Jahrzehnten immer weiter verdrängt. Durch zentrale Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen müssen sich Landwirt*innen oft dem Druck großer Verarbeitungsbetriebe, Supermärkte und Discounter beugen, um ihre Produkte absetzen zu können. Dabei sinkt der Wert von Produkten, da sie namen- und gesichtslos sind, und die Pfade für regionale Warenströme gehen verloren.

Die Koordinator*innen der Ökolandbau Modellregionen in Hessen bauen mit „Bio aus Hessen für Hessen“ regionale Warenströme auf. Bio-Landwirtschaft und handwerkliche Bio-Verarbeitung werden auch mit Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomie und Verbraucher*innen vernetzt. Mit fairen Bedingungen unterstützt die Bevölkerung in der Stadt und auf dem Land nicht nur die Erzeuger*innen, sondern zusätzlich die eigene Ernährungssicherheit.

Die Corona-Krise zeigt deutlich, wie wichtig regionale Warenströme und Strukturen sind- nicht nur im Lebensmittelbereich. Ein Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise ist jetzt dringender denn je. Durch den Auf- und Ausbau regionaler Wirtschaftskreisläufe und bioregionaler Wertschöpfungsketten kann erreicht werden, dass ....

 

· Arbeitsplätze in den Regionen gesichert und Perspektiven für Land und Leute geboten werden

· die Unabhängigkeit von großen Konzernen und globalisierten Warenströmen wächst

· die 'Resilienz' der Regionen stärker wird

· Lebensmittel transparent produziert

· und zu fairen Erzeuger-Preisen verkauft werden.

 

Die Ausbreitung des Corona-Virus stellt alle vor große Herausforderungen. Da die Ernährungssicherheit jede/n betrifft, machen Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther und Claudia Zohner, Koordinatorin der Modellregion Ökolandbau Wetterau, darauf aufmerksam, was getan werden kann, um den Landwirt*innen in der Region zu helfen:

1. Lebensmittel bei Direktvermarkter*innen, auf Wochenmärkten und in Hof- und Bioläden kaufen. Einige Betriebe bieten Gemüse-Abo-Kisten an, die sogar geliefert werden. Regionale Bio-Anbieter finden sie hier:

https://oekomodellregion.wetterau.de/bio-einkaufsfuehrer/

2. Bio-Produkte kaufen, die von hier sind und Saison haben:

www.bzfe.de/_data/files/3488_2017_saisonkalender_posterseite_online.pdf

3. landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben bei der Ernte helfen, denn es fehlen viele Hände. Kontakte beispielsweise unter:

https://www.daslandhilft.de/  oder https://www.cleverackern.de/

Wenn Erntehelfer*innen fehlen, wird auch das Angebot knapp und die Preise können steigen. Die Verbraucher*innen sollten trotzdem tolerant sein und akzeptieren, wenn die Preise für Bio-Obst und -Gemüse in nächster Zeit höher sind als sonst, damit die Existenz von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben sowie regionalen Verarbeitungsbetrieben gesichert wird.

veröffentlicht am: 14.04.2020

Wetteraukreis

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