Modellregion Ökolandbau Wetterau

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Wetterauer Erzeuger und Gastronomen vernetzen sich

Christoph Förster, Gut Marienborn bei Büdingen, berichtet über seine Erfahrungen in der Bio-Fleischvermarktung an Gastronomen

„Die regionale Vermarktung von Lebensmittel zu stärken, ist erklärtes Ziel des Wetteraukreises“, sagt Kreisbeigeordneter und Landwirtschaftsdezernent Matthias Walther. Regional ist absolut in, darin waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung „Heimat auf dem Teller – gemeinsam Gäste gewinnen“ einig. Am vergangenen Dienstag haben 40 Erzeuger und 25 Gastronomen gemeinsam erörtert, wie regionale Produkte auf die Teller der Gastwirte kommen.

Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Hessen, Kreisverband Wetterau e.V., dem Wetteraukreis, der TourismusRegion Wetterau und dem Verein Wetterauer Landgenuss, in dem sich Erzeuger und Gastronomen zusammengeschlossen haben.

„Die enge Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und Gastronomen ist einerseits wichtig, um Gäste für die Wohlfühlregion Wetterau zu gewinnen. Damit lassen sich touristische Angebote entwickeln“, so TRW-Geschäftsführerin Cornelia Dörr. „Die Zusammenarbeit ist aber auch wichtig für die Menschen, die hier leben.“

Regionalität ist aus vielen Gründen sinnvoll: Die Produkte sind nicht um die halbe Welt gereist, um auf dem Teller der Gastwirte zu landen. Viel Verpackungsmüll entfällt. Das Image der Produkte ist hoch und die Qualität und Frische ist oft höher als bei von weither eingeführten Produkten. „80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher wollen lieber regionale Produkte“, sagt Holger Gries, der im Landkreis Groß-Gerau höchst erfolgreich ein Restaurant betreibt mit überwiegend regionalen Produkten. „Die Gäste wollen aber auch genau wissen, wo das Fleisch auf dem Teller herkommt“, betont der Gastwirt.

Dazu konnten einige Referenten der Veranstaltung einiges beitragen, etwa wenn Bio-Schweinefleisch vom Gut Marienborn in Büdingen kommt, Erdbeeren und Spargel vom Spargelhof Bär in Karben oder Gänse- und Putenteile aus heimischer Zucht in Rockenberg, wie etwa von Berthold Antony, der 80 Prozent seiner Erzeugnisse im eigenen Hofladen vermarktet.

In der Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und Gastronomen gibt es aber auch Konfliktlinien, etwa wenn Produkte nicht immer in der gleichen Qualität verfügbar sind. Der Landwirt will natürlich das Schwein als Ganzes verkaufen, während die Gastwirte Lende oder Filet - oder am Beispiel von Geflügel, Keulen oder Brust - bevorzugen, der Rest des Tieres aber auch vermarktet werden muss. Christoph Förster vom Gut Marienborn empfiehlt, dafür einfach mehr Kreativität auf die Speisekarte zu bringen und alle Teile des Schweins zu vermarkten.

Einen wichtigen Raum nahm der ‚Marktplatz der Region‘ bei der Veranstaltung ein, auf dem 16 regionale Direktvermarkter ihre Produkte direkt vorstellten. Das Angebot reichte von verschiedenen Fleischsorten über Kürbis und Gemüse, von Bio-Backwaren und Pilzen über verschiedene Säfte, Edelbrände und Seccos bis hin zu geschälten Kartoffeln.

In dieser Produktgruppe hat der Elsterhof in Reichelsheim/Dorn-Assenheim große Erfahrung. Hier werden seit 30 Jahren auf 50 Hektar Kartoffeln angebaut und vermarktet. „Insbesondere die geschälten Kartoffeln, die es in allen Variationen gibt, finden großen Absatz bei Gastronomen in der Region und bis nach Frankfurt. Für uns“, so Katharina und Viktoria Weil vom Elsterhof, „war es ein erfolgreicher Tag. Wir haben neue Geschäftskontakte mit gleich mehreren Gastronomen knüpfen können.“

Wolfgang Glaum, Gastronom im Brunnenwärterhaus in Bad Nauheim, findet nur Positives an der Veranstaltung. „Die Landwirte kommen nicht auf uns als Gastronomen zu. Da ist es gut, wenn man hier die Gelegenheit hat, sich kennenzulernen.“

Tobias Wagner ist Neueinsteiger, seit einem Jahr betreibt er den Altstädter Fischteich bei Münzenberg/Gambach. Er hat hochwertige ökologische Produkte aus nachhaltiger Zucht im Angebot und fand großes Interesse bei den Gastronomen.

Auch Heinz-Christian Bär, vom Spargelhof Bär in Karben/Burg-Gräfenrode, fand die Veranstaltung gut. „Man sollte das unbedingt fortsetzen und gleichzeitig die Menschen für das Thema Landwirtschaft und regionale Produkte zu sensibilisieren.“

Insgesamt ein gelungener Nachmittag, den viele Gastronomen zur Kontaktaufnahme und Vertiefung genutzt haben. Auch Christian Sperling, Leiter des Fachbereichs Regionalentwicklung und Umwelt der Kreisverwaltung, zeigte sich zufrieden. „Eine gute Veranstaltung, die wir bei Bedarf im nächsten Jahr fortsetzen werden.“

Verbraucherinnen und Verbrauchern, die direkt bei den Erzeugern einkaufen möchten, wird jetzt mit einer neuen Öffnet externen Link in neuem FensterKarte die Suche erleichtert. (s. Anlage). Zudem sind alle Direktvermarkter in der Wetterau auf dem Internetauftritt Öffnet externen Link in neuem Fensterdirektvermarkter.wetterau.de zu finden.

veröffentlicht am: 07.02.2019

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