Modellregion Ökolandbau Wetterau

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Soziale Landwirtschaft auf dem „Rauhen Berg“

Andreas Weiss und Frank Heusohn bei den Angus-Mutterkühen des „Rauhen Berges“.

„Rauher Berg“ hört sich zunächst nicht gerade heimelig an und doch befindet sich dort, auf dem „Rauhen Berg“ in Ortenberg-Gelnhaar, einer der vielfältigen und den Menschen zutiefst verbundenen Biobetriebe der Wetterau.

Seit über 50 Jahren besteht am „Rauhen Berg“ eine Einrichtung für erwachsene Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung, die dort wohnen und arbeiten. Ziel ist die Integration und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Neben den 60 Wohnplätzen bietet der Werkstattbereich des „Rauhen Bergs“ mit elf verschiedenen Schwerpunkten vielfältige Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Handicap: Landwirtschaft, Garten- und Landschaftspflege, Brennholzbereitung, Schreinerei, Handweberei, Küche und vieles mehr.

Biologisch-dynamische Landwirtschaft im Einklang mit der Natur

Der landwirtschaftliche Betrieb wird als zertifizierter Ökobetrieb nach Demeter-Richtlinien betrieben. Da die gesamte Einrichtung am „Rauhen Berg“ einen anthroposophischen Hintergrund hat, ist die Mitgliedschaft beim Demeter-Verband, der die Landwirtschaft auf Basis der Anthroposophie nach Rudolf Steiner vorantreibt, nur zu logisch.

„Wir haben den landwirtschaftlichen Betrieb in den letzten Jahren flächenmäßig verkleinert und uns stärker auf vermarktungsfähige Produkte, die eine gute Arbeit für die Menschen bietet, konzentriert“, sagt Andreas Weiss, der den Werkstattbereich insgesamt leitet.

„Wir haben den Ackerbau und das Milchvieh zurückgefahren und dafür stärker in Mutterkuh-, Schweine- und Hühnerhaltung und im Gemüsebau investiert“, konkretisiert Frank Heusohn, der gemeinsam mit Thomas Luft für den Bereich Landwirtschaft zuständig ist.

Die 30 Mutterkühe der Rasse Angus müssen im Winter täglich gefüttert und eingestreut und im Sommer auf den Weiden betreut werden. Die Landwirtschaft kommt gänzlich ohne Kunstdünger und chemischen Pflanzenschutz aus und das Tierwohl steht besonders im Vordergrund.

Mit der Abokiste den „Rauhen Berg“ nach Hause holen

Das Fleisch der Tiere, die Eier und die gärtnerischen Produkte vom Acker und aus den Gewächshäusern wie Gemüse, Obst und Jungpflanzen werden im eigenen Hofladen am „Rauhen Berg“ vermarktet.

Weiterhin gibt es 130 Abokisten-Kunden, die die Produkte nach Hause geliefert bekommen oder am „Rauhen Berg“ abholen und das Angebot auch wegen seiner ökologischen und sozialen Funktion schätzen.

Dass die verschiedenen Bereiche des „Rauhen Berges“ sich optimal ergänzen, zeigt sich in der Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Gartenbau und Küche. Auch aus Produkten von Landwirtschaft und Gartenbau wird in der Küche des „Rauhen Berges“ von den drei Vollzeitkräften und fünf Werkstattbeschäftigten ökologisches Essen für die Bewohner und zwei Kindertagesstätten in Ortenberg-Bergheim und Hirzenhain zubereitet und ausgeliefert. „Dieses Angebot möchten wir gerne ausbauen“, sagt Andreas Weiss.

Nachhaltiges Essen für Kitas

Die Versorgung von öffentlichen Einrichtungen mit Bio-Nahrungsmitteln ist auch eines der Ziele der Modellregion Ökolandbau Wetterau, weswegen Modellregion und „Rauher Berg“ sich intensiv mit den Möglichkeiten der Zusammenarbeit beschäftigen.

Ein erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit wird auf dem „Workshop für Kitas“ am 18. Mai 2016, in Bad Nauheim, zu sehen sein, bei dem die Modellregion einen Anstoß zu mehr Bio in Kita-Küchen geben will. Andreas Weiss wird dort den Betrieb und das Angebot des „Rauhen Berges“ vorstellen, um noch mehr Abnehmer für die sanften Erzeugnisse des Rauhen Berges zu finden.

Öffnet externen Link in neuem FensterHier weitere Infos zur Modellregion und zum Workshop.

veröffentlicht am: 09.05.2016

Wetteraukreis

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